Campus, laute Musik und Bierchen
Campus
Eigentlich bräuchte ich Regenbogenfarbe um den gestrigen Tag zu beschreiben.
Heute
früh im Bett hatte ich noch alle Worte, es sprudelt förmlich aus mir
heraus was ich erzählen möchte. Aber ich muss es gleich notieren! sonst
ist es in seiner reinen ungefilterten Form später wieder verschwunden.
Der Tag und seine Ereignisse lässt es verschwinden.
Ich werde nun vorsorge treffen!
Laute Musik und kühles Bierchen war das Erste was ich auf dem Campus wahrgenommen habe.
Astrein, dachte ich.....fängt ja wieder gut an!
Ich war vor 30 Jahren schonmal auf der ein oder anderen Uni-Party, "verblasste" Erinnerungen kommen hoch.
Ich glaube ich hatte schon immer so viel zu erzählen!? Das Bedürfnis mich mitzuteilen.
Die wenige Zeit die ich mit meiner Mutter hatte mit möglichst vielen Informationen zu füllen. Ich habe viel beobachtet, viel erzählt und auch schon immer viele Fragen gestellt.
Wie meine Mutter mir später mal sagte, Kinder die so wissbegierig sind und viel fragen sind anstrengend für Lehrer. Auch Dinge im Kindesalter gezielt zu hinterfragen ist unbequem.
Diese Kinder halten schlichtweg den Unterricht auf.
Wenn ich das jetzt schreibe, weiß ich, ich kann nichts mehr fragen, kann nichts mehr über mich erfahren und weiß doch so wenig über mein Leben.
Ich glaube ich war anstrengend! Zumindest für meine arbeitende Mutter.
Auf dem Weg zur Uni dachte ich noch über mich selbst schmunzelnd, mein Gott, ich bin aber auch Vollzeitbeschäftigung für jemanden.😆😆😆😆😆😆
Ich musste ja nun mit Oppi´s altem Hof-Caddy fahren. Ohne Navi, mit nem alten kaputten TomTom.....wenn das überhaupt noch jemand kennt??? das zu bedienen wenn es nicht auf anhieb funktioniert nervt mich schon. Google maps auf dem Handy der nächste Horror für mich.... Technik ist einfach nicht meine Welt.
Da komme ich lieber 2 Stunden zu spät, weil ich 5x um den Häuserblock und durch den selben Kreisel gefahren bin. In der Hoffung irgendwann das Unigebäude zufällig zu sehen. Also mit mir irgendwo....pünktlich anzukommen, ist hoch riskant.
Indra ist da, wenn sie tatsächlich vor Ort ist.😆
So schlimm war es gestern nicht. Ich war die 2. die anwesend war.
Nachdem ich in meinem Fachbereich an der Tür, "mit dem Ausgangsschild"
vorbei gelaufen bin und fast am Ende der Etage angesprochen wurde, was ich denn suchen würde.😆
Den Eingang!
Denn wenn am Anfang des Flurs
"die Tür mit dem Ausgang" ist,
dachte ich muss sich logischerweise am Ende des Flurs "der Eingang" befinden?!
😂😂😂😆😆😆😆😂😂😂
Ich fand die Reihenfolge ungewöhnlich, aber hab gedacht, naja wird schon seinen Grund haben.
In der Tat hing an der Eingangstür kein Zettel mit der Info "Eingang" und irgendwer hatte zudem die Tür geschlossen.
Rätsel gelöst!😄
Nach und nach trudelten die anderen Mädels ein. Ich war nicht als letzte angekommen.... im allgemeinen herrschte auf dem Campus wildes fragen, suchende Blicke und umherirren. Ich war also nicht alleine, mit meinem Gefühl neu zu sein und etwas neues anzufangen.
In dem Moment ist es egal ob 50 Jahre oder 20.
Wahrscheinlich war ich nicht ganz so aufgeregt, denn ich habe ja nichts zu verlieren. Ich habe zwei Berufe gelernt, musste nichts für dieses Studium aufgeben, es geht nicht um alles oder nichts oder verschenkte Zeit für mich.
Im Gegenteil, ich freue mich sehr diesen Schritt gemacht zu haben!!!!!!Ich freue mich sehr auf das was da kommt und betrachte es als Geschenk.
Die gesamte Atmosphäre war einfach super!
Da kommt mir mein Alter wieder zugute. Ich habe an genügend unangenehmen Orten gesessen und gedacht, nä, das geht hier nicht! Deswegen kann ich das ganz klar positiv beurteilen!
Ich kann allen älteren jenseits der 20er nur empfehlen versucht es einfach! Lehrer werden händeringend gesucht und alles was ihr dort an Wissen dazu gewinnt kann einem sowieso niemand mehr nehmen. Die persönliche Entwicklung sehe ich an dieser Stelle ganz klar vorne.
Und selbst mit Kindern, ich bin sicher es gibt Möglichkeiten und Lösungen. Es gibt für soviele Probleme auch eine Lösung. Fragen, fragen, fragen, nicht locker lassen, dann findet sich bestimmt eine Möglichkeit. Eine Kita gibts im übrigen auch an der Uni. Das nur nebenbei.
Sprache
Und natürlich ganz wichtig, die Lehrende! oder eine von den Lehrenden?!
Macht einen sehr netten zugewandten eindruck.
Auch sehr spannend was sie von sich erzählt hat, in der kürze der Zeit.
Sprache,
das Thema hat mich sofort gepackt, wissenschaftliches schreiben oder arbeiten ist anders als Umgangssprache.
Ich habe schon oft gemerkt das ich mit meinen Worten etwas zu sagen, mit meinen mir eigenen zur verfügung stehenden Worten oder Möglichkeiten, ans Ende komme. Mir schlichtweg die Begriffe fehlen für das was ich mitteilen möchte. Ich dann in der Sache sehr emotional werde, was dem eigentlichen Thema gar nicht hilft. Die Erfahrung habe ich schon zig mal gemacht. Ich wusste aber nicht wie ich das ändern soll oder kann.
Der Grund ist einfach! Weil ich nie gelernt habe damit umzugehen, es dafür aber möglichkeiten gibt. Auch in Diskussionen hart in der Sache, aber ohne persönliche Emotionen zu argumentieren.
Ein wissenschaftlich geschriebener Text ist rein objektiv.
Wie mir das tatsächlich gelingt kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht beurteilen.
Fakt ist,
ich liebe Sprache, Kultur, -Wissenschaft und das schreiben sehr.
Das ist mein Ort!
Es bleibt also spannend und ich bin gespannt was noch passiert und wo ich stehe, wenn ich irgendwann dieses Ding hier zuklappe und sage,
Danke Mama
💖